Pflegeversicherung: Wie gut sind die Pflege-Bahr Tarife?

Neben einer privaten Altersvorsorge gehört die Pflegeversicherung zu den wichtigsten Absicherungen. Das Statistische Bundesamt schätzt, dass 2020 ca. 2,9 Millionen Menschen pflegebedürftig sein werden. Fakt ist auch, dass die gesetzliche Pflegeversicherung nur als Grundabsicherung zu verstehen ist und bei weitem nicht den kompletten Bedarf decken kann.

Das Bewusstsein über den bestehenden Bedarf einer Pflegeversicherung ist durchaus vorhanden. Die stetig steigende Zahl der Versicherten macht dies deutlich. Nicht zuletzt durch die Einführung der Pflege-Bahr Tarife ist das Thema Pflegeversicherung auch in den Medien wieder stärker präsent.

Pflegeversicherungen im Überblick

Beim Thema Pflegeversicherung wird sehr häufig von der Pflegetagegeldversicherung gesprochen. Diese ist jedoch nicht die einzige Möglichkeit sich abzusichern. Weitere Formen der Pflegeversicherung sind neben der gesetzlichen Pflegeversicherung die Pflegekostenversicherung und die Pflegerentenversicherung.

Bei der Pflegekostenversicherung werden die Kosten, die nicht von der gesetzlichen Pflegeversicherung abgedeckt werden, teilweise oder vollständig übernommen. Die Kosten müssen vollständig nachgewiesen werden und im gesetzlichen Leistungskatalog aufgeführt sein. Ob die Kosten vollständig übernommen werden ist abhängig vom Tarif.

Die Pflegerentenversicherung ist vergleichbar mit einer Kapitalversicherung. Der Vorteil ist, dass die Beiträge vorher feststehen und nicht steigen können. Da das Kapital für den Pflegefall jedoch angespart und angelegt wird, ist nicht klar wie hoch die Leistungen letztendlich wirklich sind.

Die Pflegetagegeldversicherung

Die beliebteste Pflegeversicherung ist die Pflegetagegeldversicherung. Sollte es zu einer Pflegebedürftigkeit kommen, wird ein zuvor vereinbarter Betrag für jeden Pflegetag ausgezahlt. Die Höhe der Leistungen ist im Vergleich zur Pflegerentenversicherung also kalkulierbar. Die Höhe der Leistungen ist abhängig von der Pflegestufe.

Der große Nachteil der Pflegetagegeldversicherung sind die oft hohen Kosten. Besonders für Geringverdiener können die hohen Beiträge ein Problem sein. Sollten die Beiträge nicht mehr aufgebracht werden können, ist das bereits eingezahlte Kapital verloren. Eine Pflegetagegeldversicherung sollte also mit bedacht abgeschlossen werden. Abhängig davon, wie viel Kosten durch Pflegebedürftige entstehen, können die Beiträge durch die Versicherung auch erhöht werden.

Was genau ist eigentlich Pflege-Bahr

Aktuell wird in den Medien sehr viel über die neuen Pflege-Bahr Tarife berichtet. Dabei handelt es sich um eine Pflegetagegeldversicherung die ähnlich wie die Riester-Rente staatlich gefördert wird. Die Zulagen vom Staat betragen 5 € monatlich. Allerdings sind nicht alle Pflegetagegeldtarife förderfähig.

Damit die Möglichkeit einer Förderung durch den Staat besteht, müssen die Tarife bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehört zum Beispiel ,dass die Versicherung wirklich jeder abschließen kann. Unabhängig von Erkrankungen oder Alter besteht also die Möglichkeit der Absicherung. Lediglich eine bestehende Pflegebedürftigkeit schließt den Abschluss einer Versicherung aus.

Finanztest testet Pflegetagegeldtarife

Im aktuellen Test der Stiftung Warentest wurden geförderte Pflege-Bahr Tarife und klassische Pflegetagegeldversicherungen verglichen. Die Stiftung Warentest hat dabei ein eher schlechtes Urteil über die Pflege-Bahr Tarife abgegeben. Der Grund: Der Leistungsumfang der verschiedenen Tarife ist häufig nicht vergleichbar mit einer ungeförderten Pflegetagegeldversicherung.

Insgesamt wurden 23 Tarife ohne und 17 Tarife mit staatlicher Förderung untersucht. Ergänzend dazu wurden auch Tarife verglichen, die eine Kombination von geförderten und ungeförderten Tarifen vorsehen. Der Fokus bei diesem Vergleich lag auf den Leistungen der verschiedenen Versicherer. Die Stiftung Warentest hat für verschiedene Modellkunden einen festen monatlichen Beitrag vorgegeben und untersucht welche Angebote die Kosten am besten abdecken.1

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Unser Fazit

Entscheidend für die Bewertung einer Pflegeversicherung ist die Höhe der Leistungen die im Pflegefall erbracht werden. Den Bedarf hat die Stiftung Warentest im aktuellen Test geschätzt und somit einen Vergleich der Angebote ermöglicht.

Wichtig ist auch, dass die Pflege-Bahr Tarife eher als Ergänzung zur gesetzlichen Pflegeversicherung zu sehen sind. Den vollständigen Bedarf können Sie nicht decken. Ein Vergleich der verschiedenen Angebote lohnt sich aber auf jeden Fall. Speziell bereits ältere und Menschen mit einer Vorerkrankung können von den neuen staatlich geförderten Tarifen profitieren.

  1. Quelle: „Pflege­versicherung: Pfleg­etagegeld­tarife im Test“, unter http://www.test.de/Pflegeversicherung-Pflegetagegeldtarife-im-Test-4529483-0/ (abgerufen am 05.05.2013) []