Private Altersvorsorge 2015 – Das ändert sich für Sie

Mit dem Jahreswechsel bricht alljährlich eine Flut von neuen Gesetzen und Gesetzesänderungen über die Bürger herein. Das gilt auch für den Bereich der privaten Altersvorsorge, bei der ab dem 1. Januar 2015 einige Neuerungen in Kraft treten.

Änderungen bei der Rürup-Rente

Gemeinsam mit der für Arbeitnehmer angebotenen Riester-Rente soll die Rürup-Rente die Versorgungslücke im Bereich der gesetzlichen Rentenversicherung schließen. Anders als die Riester-Rente ist die Rürup-Rente eine private Altersvorsorge insbesondere für Selbstständige und Freiberufler. Ebenso wie die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung können auch die Beitragszahlungen in der Basis-Rente als Sonderausgaben vom zu versteuernden Einkommen abgezogen werden. Der Sonderausgabenabzug steigt jährlich um zwei Prozentpunkte und erreicht im Jahr 2025 seinen Höhepunkt mit einem maximalen Betrag von 20.000 Euro für Singles und 40.000 Euro für gemeinsam veranlagende Verheiratete. Für das Jahr 2015 bedeutet das, dass jetzt bereits 80 Prozent der Beiträge für die Basis-Rente steuerlich geltend gemacht werden können, also 16.000 Euro für Singles und 32.000 Euro für Verheiratete.

Das Lebensversicherungsreformgesetz 2015 und seine wichtigsten Eckdaten

Das neue „Gesetz zur Absicherung stabiler und fairer Leistungen für Lebensversicherte“ (LVRG) ist am 1. Januar 2015 in Kraft getreten mit weitreichenden Konsequenzen für die Versicherten. Zu seinen Eckdaten gehören der geringere Rechnungszins, der Ausweis der Effektivkosten des bestehenden Vertrags sowie die Neuregelung der Zurechnung von Bewertungsreserven.

1. Die Änderung des Garantiezinses

Neu seit 2015 ist die Senkung des Rechnungszinses. Dabei handelt es sich um den sogenannten Garantiezins. Das ist der Zins, den ein Versicherungsunternehmen seinem Kunden gegenüber garantiert und den er für seine Sparbeiträge in Rentenversicherungen und Kapitallebensversicherung für die gesamte Vertragslaufzeit erhält. Dieser wird 2015 weiter abgesenkt von bislang 1,75 Prozent auf 1,25 Prozent.

Die Garantiezinssenkung wird sich voraussichtlich auch auf andere Produktgattungen ausweiten. Dies gilt insbesondere für zusätzliche Risikoabsicherungen wie Berufsunfähigkeitsversicherungen sowie Pflegerenten- und Risikolebensversicherungen. Grund ist, dass die Versicherungsgesellschaften ein Finanzpolster in Höhe der voraussichtlichen Leistungen aufbauen, das wiederum mit dem Garantiezins verzinst wird. Wegen des niedrigen Garantiezinses fällt das Finanzpolster gering aus, so dass es zwangsläufig zu einem Anstieg der Bruttobeiträge für Neuabschlüsse kommen wird, und zwar zu Lasten der Kunden. Gerechnet wird mit einer Verteuerung der Policen um bis zu sieben Prozent.

2. Die Neuregelung der Zurechnung von Bewertungsreserven

Auch in Zukunft werden die Versicherungskunden an den Bewertungsreserven beteiligt. Allerdings werden die Bewertungsreserven in Zukunft beschränkt. Dies gilt jedoch nur für Anleihen, nicht jedoch für Immobilien und Aktien. Bewertungsreserven entstehen dann, wenn die aktuellen Kursverluste der Anleihen höher ausfallen als der Kurs im Zeitpunkt des Kaufs der Papiere. Diese fiktiven Buchgewinne mussten die Lebensversicherer bislang zumindest teilweise an ausscheidende Versicherungskunden auszahlen. Nun wird die Auszahlung der Bewertungsreserven dahingehend beschränkt, dass die Ausschüttung lediglich in Höhe des den Sicherungsbedarf übersteigenden Teils vorgenommen werden muss.

Die Rente mit 63

Neu ab 2015 ist auch die Rente mit 63. Sie gilt für Arbeitnehmer, die 45 Jahre lang Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung gezahlt haben. Sie können ab dem 1. Juli 2014 ohne Abzüge in den Ruhestand gehen, sofern sie das 63. Lebensjahr vollendet haben. Brüche in der Erwerbsbiografie, wie beispielsweise der Bezug von Arbeitslosengeld I, werden angerechnet, sofern es sich um kurzzeitige Unterbrechungen handelt. Wie bisher auch werden, sofern Versicherungspflicht bestand, Pflegezeiten sowie die Erziehung von Kindern bis zum 10. Lebensjahr angerechnet, was gleichermaßen für Kurzarbeiter-, Insolvenz- und Schlechtwettergeld gilt. Bislang mussten Versicherte, die vor Erreichen der Regelaltersgrenze in Rente gingen, für die Zeit davor für jeden Monat eine Kürzung von 0,3 Prozent der Rente in Kauf nehmen.

Nicht angerechnet werden Zeiten, in denen der Arbeitnehmer die frühere Arbeitslosenhilfe oder Arbeitslosengeld II (Hartz IV) erhalten hat. Grund ist, dass es sich bei diesen Leistungen nicht um Versicherungsleistungen handelt, sondern um Fürsorgeleistungen. Der Gefahr von Frühverrentungen begegnet der Gesetzgeber mit einer Ausschlussregelung. Wird in den letzten zwei Jahren vor der abschlagsfreien Rente ab 63 Arbeitslosengeld I bezogen, wird diese Zeit nicht mitgezählt. Anderes gilt, wenn der Bezug von Arbeitslosengeld I durch eine vollständige Geschäftsaufgabe oder durch die Insolvenz des Arbeitgebers begründet ist.